


Jeyhun Bayramov: Aserbaidschan seit 2020 internationale Hilfe in Höhe von mehr als 400 Millionen US-Dollar geleistet
Baku, 26. September, AZERTAC:
Der aserbaidschanische Außenminister Jeyhun Bayramov hat auf der 81. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York eine Rede gehalten.
Der Außenminister betonte die Bedeutung eines erneuerten und reformierten multilateralen Systems, das auf der strikten Einhaltung des Völkerrechts, der souveränen Gleichheit der Staaten und der Nichteinmischung beruht.
Bayramov hob die dringende Notwendigkeit einer Reform des UN-Sicherheitsrates hervor, um eine ausgewogene Vertretung der Entwicklungsländer zu gewährleisten.
Er verwies zudem auf den nach dem Washingtoner Friedensgipfel erzielten faktischen Frieden zwischen Aserbaidschan und Armenien und betonte die konkreten wirtschaftlichen Vorteile der Friedensagenda. Dazu zählten die einseitige Aufhebung von Transitbeschränkungen und die Aufnahme des bilateralen Handels in bestimmten Bereichen.
Bayramov betonte die Notwendigkeit, die verbleibenden Hindernisse für die Unterzeichnung des Friedensabkommens zu beseitigen. Zugleich hob er hervor, dass erfolgreiche Maßnahmen zur Rehabilitation und zum Wiederaufbau nach dem Konflikt die Rückkehr von mehr als 90.000 Bürgern in die befreiten Gebiete ermöglicht hätten.
Der Außenminister verwies auf die anhaltende Gefahr durch Landminen. Seit 2020 hätten diese mehr als 400 Menschenleben gefordert bzw. Verletzungen verursacht, während in den vergangenen 30 Jahren mehr als 3.500 Menschen davon betroffen gewesen seien. Zugleich betonte er die formelle Verankerung der humanitären Minenräumung als 18. nationales Ziel für nachhaltige Entwicklung (SDG) Aserbaidschans.
Bayramov rief zudem zu internationaler Unterstützung bei der Klärung des Schicksals von fast 4.000 Vermissten auf, um die Aussöhnung und die Aufarbeitung nach dem Konflikt voranzubringen.
Nach seinen Angaben trägt Aserbaidschan durch die Entwicklung der transregionalen Verkehrsanbindung zu einem Anstieg des Güteraufkommens auf dem Mittleren Korridor bei. Über den Hafen von Baku und die Eisenbahnstrecke Baku–Tiflis–Kars sei das Frachtaufkommen um 90 Prozent gestiegen.
Der aserbaidschanische Außenminister unterstrich außerdem die Bedeutung der Weiterentwicklung der „ Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand“ (TRIPP), um eine ungehinderte multimodale Verkehrsverbindung zwischen dem aserbaidschanischen Kernland und der Autonomen Republik Nachtschiwan zu ermöglichen.
Bayramov sprach auch über die Bemühungen Aserbaidschans zum Ausbau der regionalen digitalen Vernetzung durch das Glasfasernetz Trans-Caspian Digital Silk Way sowie über den tiefgreifenden wirtschaftlichen Wandel des Landes. Dabei verwies er auf eine Verdreifachung des Bruttoinlandsprodukts und einen Rückgang der Armutsquote von 49 auf 5 Prozent.
Der Außenminister hob zudem die Rolle Aserbaidschans als zuverlässiger Erdgaslieferant für 16 Länder und den raschen Übergang des Landes zu sauberer Energie hervor. Geplant sei die Entwicklung von Solar- und Windenergieprojekten mit einer Gesamtkapazität von 6 Gigawatt sowie die Erzeugung von 40 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien bis 2030.
Bayramov ging auch auf die globale Wirkung der Klimapolitik Aserbaidschans im Rahmen der COP29 ein. Dazu zählten Bemühungen um eine Verdreifachung der globalen Klimafinanzierungsziele, die Umsetzung von Artikel 6 zu den Kohlenstoffmärkten, die Weiterentwicklung des Fonds für Schäden und Verluste sowie die Ausrichtung der UNFCCC Klimawoche.
Der Außenminister unterstrich außerdem Aserbaidschans Beitrag zur globalen Städteagenda durch die Ausrichtung des Weltforums für Urbanisierung (WUF13).
Bayramov äußerte seine Besorgnis über den sinkenden Wasserstand des Kaspischen Meeres und rief die Anrainerstaaten zu gemeinsamen und nachhaltigen Maßnahmen auf.
Zudem verwies der Minister auf die Vorreiterrolle Aserbaidschans bei institutionellen Innovationen und die internationale Verbreitung der Modelle ASAN und DOST. Diese hätten unter anderem eine Resolution des UN-Menschenrechtsrates inspiriert, die von mehr als 100 Staaten mitgetragen worden sei.
Abschließend verwies Bayramov darauf, dass Aserbaidschan seit 2020 mehr als 400 Millionen US-Dollar an humanitärer, wirtschaftlicher und technischer Hilfe für mehr als 140 Länder bereitgestellt habe. Dabei liege ein besonderer Schwerpunkt auf den kleinen Inselentwicklungsländern (SIDS) und afrikanischen Partnerstaaten.