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Sinkender Pegel des Kaspischen Meeres stellt Infrastruktur und Ökosysteme vor große Herausforderungen

Baku, 25. August, AZERTAC

Der seit Jahren anhaltende Rückgang des Wasserspiegels des Kaspischen Meeres hat erhebliche Auswirkungen auf die Küstengebiete, die Infrastruktur, die Schifffahrt und die Ökosysteme.
Das erklärte Said Safarov, Leiter des Labors für Geografie des Kaspischen Meeres am Geografie-Institut des Ministeriums für Wissenschaft und Bildung, gegenüber AZERTAC. Seinen Angaben zufolge ist der Pegel des Kaspischen Meeres seit 2006 kontinuierlich gesunken und liegt inzwischen mehr als 2,5 Meter unter dem Niveau von 2005.
Als wichtige Faktoren nannte der Wissenschaftler Veränderungen in der Wasserbilanz des Kaspischen Meeres, darunter Verdunstung, Niederschläge und den Zufluss der Flüsse. Eine besondere Rolle spielt dabei die Wolga. Seit den 1980er-Jahren habe die steigende Temperatur die Verdunstung von den zahlreichen Stauseen im Wolga-Becken deutlich verstärkt. Zugleich sei der Wasserbedarf von Industrie, Landwirtschaft und Haushalten gestiegen.
Das Geografie-Institut untersucht derzeit die Ursachen der Pegelveränderungen sowie deren Folgen für die Küstengebiete. In den Regionen Astara, Länkäran und Masalli wurden bereits Felduntersuchungen durchgeführt. Mithilfe hochpräziser GPS-Messungen wurde ermittelt, wie weit sich die Küstenlinie infolge des sinkenden Wasserspiegels zurückgezogen hat.
Besonders betroffen ist auch die Schifffahrt. Durch die zunehmende Verflachung des Meeres entstehen unter anderem in der Bucht von Baku und im Gebiet von Dubendi Schwierigkeiten für größere Schiffe. Um die notwendige Wassertiefe zu gewährleisten, sind regelmäßige Baggerarbeiten erforderlich, die zusätzliche finanzielle und technische Ressourcen erfordern.
Safarov betonte, dass vor allem die konkreten Auswirkungen auf Infrastruktur, Ökologie, Schifffahrt und Offshore-Kohlenwasserstoffvorkommen untersucht werden müssten. Von großer Bedeutung sei zudem die wissenschaftliche Prognose, wie sich der Pegel des Kaspischen Meeres in den kommenden 10 bis 20 Jahren entwickeln und welche Folgen dies haben könnte.

Wissenschaft und bildung 2026-08-25 11:11:00