


Mars Sariyev: Aserbaidschan entwickelt sich zu einer strategischen Brücke zwischen Zentralasien, der Türkei und Europa
Baku, 3. August, AZERTAC
Mit der Neugestaltung der globalen Verkehrswege gewinnt die Transkaspische Internationale Transportroute (Mittlerer Korridor) weiter an Bedeutung. In diesem Gefüge entwickelt sich Aserbaidschan zu einer strategischen Brücke zwischen Zentralasien, der Türkei und Europa, während Kirgisistan durch den Bau der Eisenbahnstrecke China–Kirgisistan–Usbekistan zu einem wichtigen östlichen Knotenpunkt wird.
Das erklärte der kirgisische Politologe Mars Sariyev gegenüber AZERTAC bei seiner Einschätzung des informellen Treffens der Staatschefs Aserbaidschans und der zentralasiatischen Staaten im kirgisischen Stadt Tscholpon-Ata.
Seiner Ansicht nach kann inzwischen von der Entstehung einer neuen eurasischen Makroregion gesprochen werden, die Zentralasien und den Südkaukasus miteinander verbindet. Dabei handle es sich nicht nur um eine politische Erklärung, sondern um eine objektive geoökonomische Realität, die von Veränderungen in der globalen Logistik, den Energieflüssen und der internationalen Sicherheitsordnung geprägt werde.
Der kirgisische Politologe bezeichnete den Vorschlag des usbekischen Präsidenten Schawkat Mirsijojew, Afghanistan als Teil der sich entwickelnden Makroregion zu betrachten, als einen wichtigen Schritt. Dies stehe für eine neue Strategie, wonach Afghanistan schrittweise von einer Quelle von Bedrohungen zu einer Verkehrsbrücke zwischen Zentral- und Südasien werden solle.
Sollte diese Initiative umgesetzt werden, könnte die neue Makroregion über Aserbaidschan Zugang zum Schwarzen Meer, zur Türkei und nach Europa sowie über Afghanistan zu Pakistan, Indien und den Häfen des Indischen Ozeans erhalten.
All diese Faktoren, so Sariyev, würden zur Herausbildung eines gemeinsamen Raums für Sicherheit, Handel, Logistik, Energie und Investitionen beitragen.
Zum Abschluss betonte Mars Sariyev, dass die regelmäßigen Treffen der zentralasiatischen Staatschefs, die Ausweitung der Zusammenarbeit mit Aserbaidschan, die Entwicklung der Organisation der Turkstaaten, die Umsetzung von Verkehrsprojekten sowie die Vertiefung der Zusammenarbeit im Rahmen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit Teil eines einheitlichen Prozesses zur Gestaltung einer neuen eurasischen Architektur seien.
Die tiefgreifenden Veränderungen der internationalen Lage machten diesen Prozess besonders dringlich. Die Auswirkungen der Krise im Nahen Osten seien auch in der Kaspischen Region spürbar, während die Spannungen in Afghanistan anhielten und die Bedeutung des Schutzes internationaler Verkehrskorridore weiter zunehme. Unter diesen Bedingungen werde die Gewährleistung der Sicherheit in Zentralasien und im Südkaukasus zu einem gemeinsamen Ziel.
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