


Das Wunder des Kura-Flusses: Reise zu den geheimnisvollen Canyons von Schämkir VIDEO
Schämkir, 23. Juli, AZERTAC
Aserbaidschan zeichnet sich durch seine vielfältigen Naturlandschaften, sein abwechslungsreiches Relief und seine beeindruckenden Naturkulissen aus. Einer dieser außergewöhnlichen Orte sind die canyonartigen Schluchten im Jeyrantschöl-Massiv des Rayons Schämkir/Shamkir. Dieses eindrucksvolle Naturdenkmal, das der Kura-Fluss im Laufe von Jahrtausenden geschaffen hat, gilt aufgrund seiner außergewöhnlichen geologischen Struktur, seiner steilen Felswände und seiner atemberaubenden Ausblicke als eines der interessantesten Geotourismusziele des Landes.
Auf den ersten Blick erinnert diese spektakuläre Landschaft an die berühmten Canyons der USA und Mexikos. Tatsächlich befindet sie sich jedoch im Westen Aserbaidschans, inmitten der weiten Steppenlandschaft von Jeyrantschöl. Die trockene Ebene, die sich unter der glühenden Sonne erstreckt, geht plötzlich in tiefe Schluchten, labyrinthartige Passagen und bis zu mehrere hundert Meter hohe Steilhänge über.
Nach Einschätzung von Fachleuten begann die Entstehung der canyonartigen Schluchten vor etwa 4.000 bis 5.000 Jahren. Damals trat der Kura-Fluss über seine Ufer und überschwemmte die umliegenden Gebiete. In den darauffolgenden Jahrtausenden führten Wassererosion, Windeinflüsse und klimatische Faktoren zur Ausbildung dieses komplexen Reliefs. Jede heute sichtbare Schlucht und jeder Steilhang zeugen von der geologischen Geschichte, die die Natur über Jahrtausende hinweg geschrieben hat.
Heute erstrecken sich die canyonartigen Schluchten über eine Gesamtlänge von rund 20 Kilometern, während ihre Tiefe zwischen 150 und 300 Metern variiert. Die an den Hängen sichtbaren Stufen und Terrassen entstanden durch die unterschiedliche Widerstandsfähigkeit der Gesteinsschichten gegenüber der Erosion. Gerade diese Besonderheiten machen die Canyons von Jeyrantschöl nicht nur zu einem beeindruckenden Landschaftsbild, sondern auch zu einem natürlichen Geologiemuseum unter freiem Himmel.
Da Jeyrantschöl in einer Halbwüsten- und Trockensteppenzone liegt, hat sich hier eine charakteristische Flora und Fauna entwickelt. In der Region sind Kängizkraut, Kameldorn und andere Wüstenpflanzen weit verbreitet. Verschiedene Reptilien, Hasen sowie andere Vertreter der Steppenfauna sind fester Bestandteil dieses natürlichen Ökosystems. Gleichzeitig zählt Jeyrantschöl zu den größten Winterweidegebieten Aserbaidschans und besitzt auch in dieser Hinsicht eine besondere Bedeutung.
Dieser einzigartige Ort bietet hervorragende Möglichkeiten für den Ökotourismus, den Geotourismus sowie für Fotografiebegeisterte. Bei Sonnenauf- und -untergang verändern die Canyons ihre Farben und erstrahlen in goldenen, orangefarbenen und dunkelbraunen Nuancen, wodurch eine einzigartige Landschaft entsteht.
Dennoch sollten Besucher bei einer Reise zu den Canyons die Sicherheitsvorschriften strikt einhalten. Experten weisen darauf hin, dass Teile des lehmhaltigen Bodens rutschgefährdet sind. Zudem kommen in dem Gebiet Schlangen, Skorpione und andere Steppentiere vor. Daher wird empfohlen, die Region ausschließlich mit professionellen Reiseführern zu erkunden und die ausgewiesenen Routen nicht zu verlassen.
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