


Spanien krönt sich nach Verlängerung zum Weltmeister
Baku, 20. Juli, AZERTAC
Spanien hat sich mit einem 1:0 (0:0) nach Verlängerung gegen Argentinien zum Weltmeister gekrönt. Vor den Toren New Yorks sicherte Ferran Torres mit seinem Treffer in der 106. Minute den zweiten WM-Titel der Spanier nach 2010.
Der Europameister dominierte das Finale der XXL-WM über weite Strecken und ließ dem Titelverteidiger kaum Chancen. Argentinien musste nach der Gelb-Roten Karte gegen Enzo Fernández in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit (90.+3) in Unterzahl weiterspielen, war dem Favoriten jedoch auch zuvor kaum ebenbürtig. Die Südamerikaner gaben lediglich zwei Schüsse in der Schlussphase ab, keiner davon aufs Tor. Spanien verzeichnete insgesamt 20 Abschlüsse und belohnte sich schließlich für seine Geduld: Nico Williams legte per Kopf auf, Joker Ferran Torres erzielte den entscheidenden Treffer.
Auf der Ehrentribüne feierten Spaniens König Felipe VI. und Königin Letizia den Triumph. Auch die Weltmeister von 2010 um Andrés Iniesta, Xavi, Iker Casillas und Carles Puyol jubelten über den zweiten WM-Titel ihres Landes. Wie schon beim Finalsieg gegen die Niederlande vor 20 Jahren entschied Spanien auch diesmal ein Tor in der Verlängerung.
Für Lionel Messi endete der Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung dagegen bitter. Wie einst Diego Maradona im WM-Finale 1990 gegen Deutschland scheiterte auch sein Nachfolger im Versuch, den WM-Titel zu verteidigen. Zudem musste sich der argentinische Kapitän mit acht Turniertreffern im Rennen um den Goldenen Schuh Kylian Mbappé geschlagen geben, der zehn Tore erzielte.
Gut möglich, dass es Messis 34. WM-Einsatz zugleich sein letzter war. Bei der nächsten Weltmeisterschaft 2030, die unter anderem in Argentinien ausgetragen wird, wäre der Superstar 43 Jahre alt. Noch vor dem Finale schrieb Messi bei Instagram: „Ganz egal, was im Finale passiert: Dieses Team hat bereits Geschichte geschrieben, die wir niemals vergessen werden und die niemand auslöschen kann.“
Spanien krönte mit dem Erfolg ein herausragendes Turnier. Die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente blieb auch im 38. Länderspiel in Folge ungeschlagen und stellte damit einen neuen Rekord auf. In acht WM-Partien kassierte das Team lediglich einen Gegentreffer. Ministerpräsident Pedro Sánchez würdigte die Auswahl als „einzigartig“ und lobte ihren ausgeprägten Teamgeist.
Die 80.663 Zuschauer im ausverkauften Stadion sowie rund 1,5 Milliarden Fernsehzuschauer weltweit bekamen am Schlusstag der WM zunächst ein taktisch geprägtes Finale zu sehen. Spanien überzeugte mit Ballbesitz und Spielkontrolle, während Argentinien vor allem über Zweikämpfe kam. Vor allem Lionel Messi wurde von der spanischen Defensive um den erst 19 Jahre alten Pau Cubarsí nahezu vollständig aus dem Spiel genommen. Spanien näherte sich durch Lamine Yamal, Mikel Oyarzabal und Marc Cucurella mehrfach der Führung.
Für Unterhaltung sorgte in der Halbzeit die erste Show dieser Art in der WM-Geschichte. Madonna, Shakira, Justin Bieber und die Band BTS traten in einer zwölfminütigen Show auf und sorgten für Super-Bowl-Atmosphäre.
Nach der rund 27-minütigen Unterbrechung erhöhte Spanien den Druck deutlich. Nach dem Platzverweis gegen Fernández verpasste Lamine Yamal in der Nachspielzeit mit einem Freistoß die Entscheidung. In der Verlängerung jubelten die Spanier zunächst vergeblich, weil ein Treffer von Nico Williams wegen eines Fouls aberkannt wurde. Wenige Minuten später bereitete Williams erneut vor – diesmal für Ferran Torres, der Spanien mit seinem Tor endgültig zum Weltmeister machte. Während die Spanier ausgelassen feierten, blieb Messi fassungslos auf dem Rasen zurück.
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