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OceanGate stellt den Betrieb ein

Baku, 7. Juli, AZERTAC

Nach dem schweren Tauchboot-Unglück nahe des Wracks der “Titanic“ mit fünf Toten stellt die Betreiberfirma OceanGate Expeditions bis auf Weiteres den Betrieb ein. OceanGate setze alle Erkundungsreisen und den Geschäftsbetrieb aus, hieß es auf der Website des im US-Bundesstaat Washington ansässigen Unternehmens. Weitere Angaben machte OceanGate nicht.
Die 1912 gesunkene ”Titanic“ liegt in einer Tiefe von rund 3800 Metern. Nach nicht einmal zwei Stunden riss der Kontakt zu dem Tauchboot “Titan“ am 18. Juni ab, es fehlte jede Spur. Die anschließende Suche war von großem Zeitdruck gezeichnet: Der Sauerstoff, so die Kalkulation, sollte für 96 Stunden unter Wasser reichen.
Nach viertägiger Suche fand ein Tauchroboter am Meeresgrund Trümmerteile, bei denen es sich um Überreste der “Titan“ handelte. Laut US-Küstenwache war das Tauchboot unter dem enormen Wasserdruck implodiert, alle fünf Insassen, unter ihnen OceanGate-Chef Stockton Rush, kamen ums Leben. Ende Juni meldete die US-Küstenwache zwischen den Trümmern des implodierten Tauchboots den Fund menschlicher Überreste.
Die Küstenwachen der USA und Kanadas untersuchen aktuell die Unglücksursache. Zuvor hatte die kanadische Polizei angekündigt, strafrechtliche Ermittlungen zu prüfen. Derzeit bestehe aber kein Verdacht auf kriminelle Aktivitäten, hieß es.
Manche Expertinnen und Experten vermuten, dass die für Tauchboote unübliche Konstruktion der “Titan“ der Grund für deren Kollaps war. Kritisiert werden mehrere Faktoren, wie ein Professor für Meeresbiologie der BBC erklärte. So seien die meisten Tiefseetauchboote etwa rund, um den extremen Druck der Wassermassen gleichmäßig auf die Kapsel zu verteilen - die “Titan“ hingegen war röhrenförmig.

Welt 2023-07-07 11:18:00