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Japanischer Premierminister nächsten Raketentest von Nordkorea scharf verurteilt

Tokio, 4. Oktober, AZERTAC

Nordkorea hat seine jüngste Serie von Raketentests fortgesetzt. Die ballistische Mittelstreckenrakete sei am Dienstag in Richtung des Japanischen Meeres (koreanisch: Ostmeer) und über die japanische Inselgruppe geflogen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Sie berief sich dabei auf Angaben des Militärs.
Demnach handelt es sich um Nordkoreas ersten Start einer Mittelstreckenrakete seit mehr als acht Monaten. Die Rakete sei in der nördlichen nordkoreanischen Provinz Jagang nahe der Grenze zu China gestartet worden. Sie erreichte ersten Schätzungen zufolge eine Distanz von 4500 Kilometern und eine maximale Flughöhe von rund 970 Kilometern.
Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol sprach von einer »rücksichtslosen« Provokation und rief dazu auf, “entsprechende Maßnahmen“ zu ergreifen, wie Yonhap berichtete.
Das Büro des japanischen Regierungschefs twitterte, das Geschoss sei wahrscheinlich über Japan geflogen. Fumio Kishida selbst erklärte, man verurteile die “barbarischen“ Handlungen Nordkoreas aufs Schärfste. Kabinettschef Hirokazu Matsuno sprach zudem von einer “unmittelbaren Bedrohung“ für die Region und die Weltgemeinschaft.
Der staatliche japanische Rundfunksender NHK meldete, die Regierung in Tokio habe die Menschen in zwei nördlichen Regionen des Landes aufgefordert, Schutz zu suchen. Auch die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, der Raketenstart habe einen seltenen öffentlichen Raketenalarm ausgelöst: Damit seien die Bewohner der nordjapanischen Insel Hokaido und der Präfektur Aomori an der Nordspitze der japanischen Hauptinsel Honshu mit Warnmeldungen aufgefordert worden, Schutz in ihren Häusern zu suchen.
Es war das siebte Mal überhaupt, dass Nordkorea eine Rakete über Japan geschossen hat; und das erste Mal seit knapp fünf Jahren. Die Rakete landete nach japanischen Angaben rund 3000 Kilometer östlich von Japan im Pazifischen Ozean. Laut Angaben von Japans Verteidigungsminister Yasukazu Hamada handelt es sich um die weiteste horizontalen Entfernung einer Rakete Nordkoreas.
Zuletzt hatte Nordkorea am Samstag zwei ballistische Raketen getestet - das war der vierte Raketenabschuss innerhalb einer Woche gewesen.
Uno-Resolutionen untersagen Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf befördern können.

Welt 2022-10-04 12:34:00