Aserbaidschanische Staatliche
Nachrichtenagentur

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Williams-Pilot ereilt im Qualifying ein kapitaler Motorschaden

Baku, 4. September, AZERTAC
Am Formel-1-Wochenende in Spa hatten sowohl Mercedes als auch Ferrari Motorschäden zu beklagen. Von sechs Updates, die in Belgien zum Einsatz kamen, machten zwei Mercedes-Motoren schlapp: Betroffen waren Sergio Pérez (Racing Point) und Robert Kubica (Williams).
Bei Ferrari ereilte Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) ein ähnliches Schicksal. Ihn hatte man, wie auch die beiden Haas-Piloten, mit einem verbesserten Motor ausgestattet, bevor man die neue Spezifikation beim Heim-Grand-Prix in Monza auch in den beiden Werksautos von Vettel und Charles Leclerc verbauen will.
Toyoharu Tanabe, technischer Formel-1-Direktor bei Honda, zeigte sich von den Ausfällen bei der Konkurrenz überrascht. Er weiß: "Ihre Zuverlässigkeit hat sich in der Vergangenheit und auch in diesem Jahr gezeigt. Wir können nur drei Motoren pro Jahr einsetzen, also müssen sie mehr als 5.000 Kilometer laufen."
Tanabe wundert sich über Defekte in Spa - Beide Hersteller seien jedoch sehr erfahren darin, die Laufleistung und Zuverlässigkeit in Dauerlauftests auf dem Prüfstand zu analysieren. "Die neue Spezifikation bestand natürlich diesen Haltbarkeitstest im Werk", sagt Tanabe im Gespräch mit "Motorsport-total.com".
"Dann kam der Motor auf die Strecke und hatte Probleme. Das ist fragwürdig und überraschend." Zumal der Technikdirektor auch die Qualitätskontrolle der Konkurrenz als vergleichsweise hoch einschätzt: "Sie statten seit langem zwei oder drei Teams aus. Sie wissen, wie man die Qualität kontrolliert."
Honda selbst hat seit seinem Wiedereinstieg in die Formel 1 2015 hart daran gearbeitet, die eigene Zuverlässigkeit zu verbessern. Um die Lücke auf Mercedes und Ferrari weiter zu schließen, hat man in dieser Saison ein zusätzliches Update eingeführt, das jüngst bei Alex Albon und Daniil Kwjat zum Einsatz kam.
Honda-Technikchef erklärt Ferraris Strategie - Eine Aufteilung in Werks- und Kundenteam gibt es bei Honda nicht. Obwohl Red Bull de facto sein Hauptakteur ist, behandelt Honda das Team und sein Junioren-Äquivalent Toro Rosso gleich, weshalb beide Rennställe in Belgien den neuen Spec-4-Motor erhielten.
Demgegenüber stattet Ferrari traditionell erst seine Kundenteams Haas und Alfa aus, bevor man selbst ein Rennen später folgt. Das hat seine Vorteile, wie Tanabe weiß: "Mit den Kundenteams können sie ausprobieren, wie sich die neue Spezifikation auf der Strecke verhält, und dann die Kalibrierung optimieren."
"Das ist eine der Ideen, die Kundenteams zu nutzen", sagt der Honda-Technikchef und hält abschließend fest: "Ferrari hat eine ausgereifte Kalibrierung. Sie wissen, wie man den Motor auf der Strecke effizient einsetzt, sodass er sofort eine gute Leistung bringt."

Sport 2019-09-04 21:58:00