Aserbaidschanische Staatliche
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Valtteri Bottas braucht für 2020 Plan B

Baku, 6. August, AZERTAC
August ist traditionell Hochphase der "Silly Season" in der Formel 1, und das ist 2019 nicht anders. Seit definitiv feststeht, dass Max Verstappen auch 2020 für Red Bull fahren wird, ist die spannendste Frage am Transfermarkt, wer Teamkollege von Lewis Hamilton bei Mercedes wird. Stand heute sind nur noch zwei Kandidaten im Rennen: Valtteri Bottas und Esteban Ocon.
Der ehemalige Mercedes-Weltmeister Nico Rosberg hat am Ungarn-Wochenende in der "RTL"-Übertragung fallen gelassen, dass seine Informationen stark auf eine Beförderung von Testfahrer Ocon hindeuten. Eine Bemerkung, die er nun auf seinem YouTube-Kanal wiederholt: "Ich glaube, Ocon wird es wahrscheinlich bekommen. Er ist ein riesiges Talent für die Zukunft."
Bottas fahre zwar bisher "eine wirklich gute Saison", aber die beiden Fahrfehler in Hockenheim und in Budapest seien "genau das, was er jetzt nicht gebraucht hat. Ich neige dazu zu glauben, dass das das Ende für seine Zeit als Rennfahrer bei Mercedes ist. Die letzten zwei Rennen waren wirklich schwierig für ihn."
"Ich glaube, dass sie Ocon ins Auto setzen werden. Aber ich glaube auch, dass sie sich noch nicht entschieden haben. Ich tendiere ein bisschen zu Ocon. Mal schauen", so Rosberg. Richtig ist seine Einschätzung, dass die Entscheidung noch nicht gefallen ist. Das behauptet zumindest Teamchef Toto Wolff. Ungarn sei aber "total schlecht gelaufen" für Bottas: "Ein absolutes Seuchenrennen!"
Bottas drängt auf rasche Entscheidung - Noch immer keine Sicherheit für 2020 zu haben, obwohl die Entscheidung eigentlich für spätestens 20. Juli angekündigt war, bringt Bottas in die Bredouille. Denn sollte er das Mercedes-Cockpit nicht bekommen, muss er sich woanders um einen Job in der Formel 1 umschauen. Doch während er auf Mercedes wartet, könnten sich andere Möglichkeiten zerschlagen.
Insofern wäre es aus seiner Sicht fahrlässig, würde er einzig und allein auf die Karte Mercedes setzen. Ocon ist ein mahnendes Beispiel dafür, wie schnell ein etablierter Fahrer ohne Cockpit dastehen kann. Daher gibt Bottas offen zu: "Wenn du in meiner Situation bist und weiterhin Formel 1 fahren willst, brauchst du natürlich einen Plan B."
Nervös sei er "nicht wirklich", versichert der 29-Jährige - gleichzeitig gibt er aber zu, dass er am liebsten schon Klarheit haben würde. Es sei "sicher nicht leicht", einerseits Risiken eingehen zu müssen, um sich zu beweisen, andererseits damit aber die Wahrscheinlichkeit für Fehler wie in Hockenheim oder Budapest zu erhöhen.
"Darum geht's in diesem Sport: das Limit zu finden und die Risiken möglichst genau zu kalkulieren. Hart zu attackieren, Chancen zu nutzen - aber keine Scheiße zu bauen, so wie heute. Kommt vor", seufzt Bottas. Nervös sei er zwar "nicht wirklich", was seine Zukunft betrifft, aber: "Natürlich wäre es schön, bald vom Team zu hören, wie sie weitermachen wollen."
"Wenn du hinsichtlich Vertrag in der Luft hängst, hilft das nie. Einige glauben ja, dass manche Fahrer unter Druck besser sind. Bei mir ist das nicht so. Ich habe in der ersten Kurve nicht konkret drüber nachgedacht, aber ich wollte unbedingt gewinnen und das Risiko eingehen. Ein paar Zentimeter hier und da - und das Rennen hätte ganz anders ausgehen können. Ist halt so."

Sport 2019-08-06 20:05:00